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01. Dezember 2020 | AUSBILDUNG

Reiten mit Handicap im Islandpferdesport - Corinnes Erlebnisbericht vom Trainerkurs

Im Sommer haben wir in einem ersten Interview mit Corinne Bäumler über ihren Weg zum IPZV Trainer C berichtet. Umso mehr freuen wir uns nun, dass Corinne den Trainerkurs auf dem Grenzlandhof gemeistert hat und gratulieren ihr herzlich zur erfolgreich bestandenen Prüfung zum IPZV Trainer C. Folgend beschreibt Corinne ausführlich das Erlebte in ihrem Erfahrungsbericht vom Trainerkurs und der Prüfung.

Wer mehr über Corinnes Weg zum Trainer C erfahren möchte, kann hier oder im DIP 4/20 ein ausführliches Interview mit Corinne lesen.

Ein Erlebnisbericht von Corinne Bäumler:

Am 02. August 2020 war es endlich soweit. Erwartungsvoll und neugierig auf den Trainerkurs machte ich mich mit meinem Pferd und meinen 3 Hunden auf den Weg zu Dieter Becker auf den Grenzlandhof. Der Kurs sollte tags darauf beginnen und ich freute mich Neues zu lernen, mit dem Ziel 2 ½ Wochen später hoffentlich die Prüfung mit Erfolg abzuschließen.

Ich wusste, dass es anstrengende Tage werden würden und war für alles gewappnet. Einige der anderen Teilnehmer kannte ich bereits vom Trainereinführungskurs, was für mich den Tag wesentlich entspannter machte, da ich schnell die wertvollen helfenden Hände fand, auf die ich zwischendurch angewiesen war. Benötigte ich Hilfe beim Misten, Wasserkanister tragen oder Aufsteigen, ich hatte schnell ein paar hilfsbereite Assistenten gefunden, die mir bereitwillig zur Seite standen.

Unser Tag bestand aus zwei Theorieeinheiten und zwei Praxiseinheiten jeweils vormittags und nachmittags. Der Theorieunterricht gliederte sich in Reitlehre, Allgemeine Theorie und Sportlehre und in der Praxis galt es das Handpferdereiten, Trail, Bodenarbeit und Signalreiten, Dressur und Gangreiten zu üben. Dann stand die Unterrichtserteilung noch auf dem Plan und das, seit diesem Jahr neu eingeführte, Fach der Praxisunterweisung. Als letztes Prüfungsfach mussten wir eine Theorieeinheit planen und durchführen, was wir in Form von Referaten taten, die wir dem Rest der Gruppe vortrugen.

Langweilig wurde uns also nicht, denn in den Pausen mussten wir neben unserer Versorgung natürlich auch die unserer Pferde sicherstellen. Der Grenzlandhof hatte uns für die Pferde optimale Möglichkeiten zur Unterbringung gestellt. Sie waren auf Gras-Paddocks untergebracht und zusätzlich stand uns für jedes Pferd noch eine große Box zur Verfügung, die wir z.B. tagsüber nutzen, wenn es Draußen zu heiß wurde. Futter war auch zur freien Verfügung vorhanden, so dass der individuellen Versorgung jedes einzelnen Pferdes nichts im Wege stand.

Die Hitze während des Kurses war organisatorisch eine Herausforderung, die das Team vom Grenzlandhof super meisterte. Wir ritten entweder früh morgens oder in der sogenannten Ovalle, eine überdachte kleine Variante der Ovalbahn mit kleinem Viereck und zwei Zirkeln in der Mitte. So saßen wir z.B. sonntags um 7 Uhr auf dem Pferd, um unseren Wanderritt-Übungsritt von 2,5 – 3 Stunden zu machen. Dabei begleitete uns der, extra dafür aus Duisburg von der Holtumer Mühle, angereiste Uwe Schmidt. Uwe hatte auch den Theorieteil über das Wanderreiten am Tag vorher übernommen, da er über jahrelange Erfahrung im Wanderreiten verfügt. Er machte den Unterricht trotz fast unerträglicher 37 Grad durch seine Geschichten sehr anschaulich.

Auch für die Unterrichtserteilung nutzen wir die Ovalle. Dort ging trotz der Hitze immer ein wenig Wind, da sie an einer langen Seite offen ist und auf dem Berg liegt. Zwischendurch gab es dann noch eine Runde Eis, so dass es sowohl für uns Reiter als, auch für unsere Pferde auszuhalten war. Der Theorieunterricht fand dann zur heißeren Tagszeit statt, da wir uns dabei ja nur geistig betätigen mussten.