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Thema Wolf

Thema Wolf

Foto: Wiebke Wendorff

Die Rückkehr und Ausbreitung des Wolfs stellt Weidetierhalter vor eine schwierige Aufgabe.

Herdenschutz ist heute zu einem wichtigen Thema geworden, vor allem für die Halter der Robustpferderassen.

Ab sofort werden wir hier Neuigkeiten rund ums Thema Wolf veröffentlichen.

IPZV e.V.

 

Zwei Pferde im Kreis Nienburg von Wölfen gerissen

19.06.2020 | Maria-Magdalena Siepe-Gunkel (Ressortleiterin Zucht des IPZV e.V.) & Peter Frühsammer (Stellv. Ressortleiter Zucht des IPZV e.V.)

Gefahr durch den Wolf für alle Weidetiere steigt stetig weiter an!

Nachdem im Februar 2019 ein Isländer-Jährling und eine trächtige Shetty-Stute gerissen wurde, war es längere Zeit still um das sog. Rodewalder Wolfsrudel im Raum Nienburg. Am Montag dieser Woche (15.06.2020) wurden jetzt aktuell bei Nienburg 2 Hannoveraner Jungpferde (Gewicht ca.400 kg) aus ihrer schützenden Herde heraus von Wölfen gerissen. U. A. wurde dies bereits bestätigt durch mehrere Wolfsbeauftragte vor Ort.

 --> Update vom 26.06.2020: Der Nachweis über die zweifelsfreie Beteiligung zweier Individuen des Rodewalder Wolfrudels wurde vom Umweltministerium am 25.06 bestätigt. <--

Obwohl die Ergebnisse die DNA-Untersuchung noch ausstehen (es wurden mehrfache Proben genommen und in unterschiedliche Untersuchungsinstitute geschickt), wurden die begutachteten Risse bereits als Wolfsrisse eingestuft, da diese Risse der Großpferde und damit der gesamte Vorfall in hohem Maße typisch ist für die sog. Wolfsrisse.

https://www.pferd-aktuell.de/news/aktuelle-meldungen/fei---fn---dokr/zwei-pferde-im-kreis-nienburg-mutmasslich-von-woelfen-gerissen

In allen Fällen steht das sog. Rodewalder Rudel in dringendem Verdacht.

Auch diese jetzigen Risse an den beiden Großpferden haben sich in dem Revier dieses Rudels ereignet. Die Mitglieder dieses Rudels sind bereits mehrfach auffällig geworden, sie haben bereits zahlreiche Weidetiere verletzt oder gerissen. Die Anzahl der gerissenen Weidetiere betrug deutschlandweit 2019 mehr als 1000 Schafe, Rinder Pferde und Gatterwild, das war eine Steigerung von 60% verglichen zum Vorjahr. In diesem Jahr wurden bereits 590 Tiere getötet.

Zusätzlich zeigen sich Wölfe in der Lüneburger Heide und im Bereich der Deiche bei Cuxhaven inzwischen zunehmend weniger menschenscheu:

Am 10.06. riss ein Wolf vor den Augen des anwesenden Schäfers eine Heidschnucke aus dessen Herde. Es gelang dem Schäfer nicht, sein Schaf zu retten und den Wolf zu vertreiben, obwohl er dies mit Schreien und Würfen von Steinen und Knüppeln versuchte. Seine Frau traut sich nicht mehr, ihre kleinen Kinder unbeaufsichtigt draußen spielen zu lassen.

In Cuxhaven laufen Wölfe auch am Tage am Strand entlang und reißen Schafe aus den Herden, die auf den Deichen grasen um den Deichschutz zu gewährleisten. Der Abschuss von Wölfen soll in Niedersachsen deshalb jetzt deutlich erleichtert werden, dies wird inzwischen auch von Naturschutzverbänden unterstützt.

Wir sollten unsere Augen vor diesem unglaublichen Geschehen und vor der Gefahr, die sich hier zeigt  für unsere Pferde und alle Weidetiere in unserem Bereich nicht mehr verschließen. Hier handelt es sich um Ereignisse, die neben uns Züchtern und Weidetierhaltern auch alle Islandpferdebesitzer und Reiter betrifft!

Unsere Rasse, das Islandpferd, hat uns einst in seinen Bann gezogen und wir haben uns dafür entschieden genau diese Pferde zu unserem Partner zu machen, weil diese Pferde so besonders naturnah und ursprünglich im Herdenverband und in freier Natur aufwachsen. Diese artgerechte Haltung ist die wichtige Grundlage für die von uns allen so hochgeschätzten charakterlichen Vorteile: ihre Ausgeglichenheit in Verbindung mit ihrem Gehwillen, die Naturverbundenheit und die Robustheit dieser Rasse und ihre resultierende gute Gesundheit sind wichtige Gründe, warum wir uns genau diese Pferde ausgesucht haben und nicht irgendein Pferd einer anderen Rasse!!

Mehr als 50 Jahre haben wir uns eingesetzt für eine artgerechte Haltung aller Pferde in Deutschland, gerade unsere Islandpferde waren hier die Vorreiter, als es darum ging die Boxenpferde aus ihren „Stall-Gefängnissen“ zu befreien. Diese hart erkämpften Vorteile drohen uns jetzt  nach und nach verloren zu gehen bei unseren Islandpferden, denn wir müssen der Tatsachen ins Auge blicken, dass der Wolf als Prädator an der Spitze der Nahrungskette als großes, im Rudel jagendes Raubtier für alle Weidetiere eine ernsthafte Gefahr darstellt.

Wölfe galten bisher insbesondere als gefährlich für schwächere und kleinere Tiere wie Schafe, Ziegen und für Jungpferde und Fohlen von Ponyrassen, die sich im Wachstum befinden sowie für alte Pferde und trächtige Stuten. Leider reißen sie inzwischen auch vermehrt größere und wehrhafte Weidetiere in Herden wie Rinder und jetzt sogar Großpferde.

Die Aufzucht von gezüchteten Jungpferden im Herdenverband mit  großzügigem Auslauf auf möglichst großen Flächen garantierte uns für unsere Islandpferde ihre gesunde Robustheit der Gelenke und formte ihren Charakter. Auf diese Weise entwickelten sie sich zu gesunden starken, trittsicheren Reitpferden mit gutem, freundlichem Charakter und sie konnten sich diese Eigenschaften bis ins hohe Alter bewahren. Wenn diese Form der Aufzucht nicht mehr möglich ist aufgrund der Bedrohung der Pferde durch Wölfe, wird sich in den nachfolgenden Generationen allerdings ein deutlich negativer Wandel für unsere Islandpferde und auch für andere Weidetiere vollziehen!!

Viele Pferdebesitzer haben bereits jetzt schon Angst um ihre auf der Weide oder in Lauf- und Offenställen untergebrachten Islandpferde. Als Konsequenz werden jetzt schon vermehrt Reitpferde von ihren Besitzern zur Sicherheit in geschlossene Boxen oder abgesicherte kleine Ausläufe verbracht, insbesondere aber die noch viel schutzbedürftigeren Jungtiere und Fohlen sollen von ihren Züchtern aufgestallt werden um sie vor Wolfs-Angriffen zu schützen. Es werden deshalb teilweise ganze Herden umquartiert, meist auf kleinere Weiden, die im Schutz der Dörfer oder direkt an den Höfen liegen, hier können sie häufiger von Menschen frequentiert werden, man erhofft sich hierdurch einen besseren Schutz für die Tiere. Die ursprüngliche Haltungsform unserer Pferde auf großzügigen Weideflächen möglichst weiter entfernt von der Zivilisation, im Herdenverband ohne ständigen Kontakt zum Menschen, aber auch die Offenstallhaltung auf großen Freiflächen ist uns damit nicht mehr möglich !!

Unsere Rasse wird sich hierdurch in Zukunft in ihrem Charakter und in ihrer Robustheit sehr zum Nachteil verändern! Zukünftige Reitpferde werden deutlich häufiger erkranken, im Gelände nicht mehr so zuverlässig, trittsicher und unerschrocken sein und sich nicht mehr wie gewohnt problemlos in jede neue Herde integrieren lassen. Dass dies alles Folgen einer veränderten Haltungsform sind, weiß jeder erfahrene Reiter und der Laie erkennt dies am Beispiel anderer Pferderassen, bei denen diese Eigenschaften nur allzu deutlich und bekannt sind. Aber das ist weder im Sinne des Tierschutzgesetzes noch ist es artgerecht für die Rasse Islandpferd, die damit eindeutig ihre wertbestimmenden Merkmale verliert!!

Sogenannte wolfssichere Zäune sind weder garantiert sicher, noch sind sie genehmigungsfähig oder bezahlbar, sie werden außerdem von Wölfen sogar in einer Höhe von 2,00 m übersprungen.

Von Wölfen gejagte große Weidetiere stellen ein unkalkulierbares, besonders hohes Risiko dar für den Verkehr. Viele Versicherungsgesellschaften halten sich bei der Kalkulation bedeckt. Nur die der Landwirtschaft zugehörige Zuchttiere sind dann einigermaßen bezahlbar versichert, Nicht-Schlachtpferde gelten als Luxustiere und werden dann entsprechend teuer in den Versicherungen

Herdenschutzhunde bieten eine gewisse Sicherheit. Allerdings sind sie hochkompliziert in der Haltung und in der Hand nicht sachkundiger Halter sehr gefährlich für Spaziergänger, andere Hunde und fremde Menschen, nicht umsonst sind diese Hunde bei uns in Deutschland gelistet.

Zusätzlich ist es bereits an verschiedenen Orten soweit, dass wir uns nicht mehr ohne Sorge und nur noch eingeschränkt in Wald und Flur als Reiter und Spaziergänger bewegen können. Insbesondere mitgeführte Hunde sind dabei besonders gefährdet, genau wie übrigens Jagdhunde.

Es zeigt sich jetzt, dass die bisherigen Maßnahmen der Politik eindeutig nicht ausreichen um insbesondere den artgerecht gehaltenen Weidetieren draußen genügend Schutz zu bieten und den Tierhaltern eine entsprechende Rechtssicherheit zu garantieren.

Wir sind das am dichtesten besiedelte Land in Europa mit einer ausgeprägten Kultur- Landschaft, gleichzeitig haben wir bei uns die höchste Wolfsdichte. Unsere dichtbesiedelte, heutige Kulturlandschaft mit ihrem besonders dichten Netz an Infrastruktur stellt objektiv betrachtet kein geeignetes Habitat dar für einen im Rudel jagenden Prädator wie den Wolf.

Da Wölfe bei uns keine Feinde haben, werden nahezu alle Welpen eines Wurfes großgezogen (ca. 5-6 pro Rudel bzw. Elternpaar und Jahr), sie breiten sie sich dementsprechend ungehindert bei uns aus

Der Erhaltungszustand der gesamten osteuropäischen /russischen Population, zu der unsere Wölfe schlussendlich gehören ist längst gesichert.

Von daher ist der derzeitige höchste Schutzstatus des Wolfes bei uns in Deutschland nicht mehr gerechtfertigt. Seine Ausbreitung in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft mit der artgerechten Haltung von Weidetieren gehört deshalb wirksam eingegrenzt.

 

Wichtige Forderungen an die Politik in diesem Zusammenhang:

1. Führung des Wolfes im Anhang 4 des Artikels 16 der FFH-Richtlinie

Es sollte angestrebt werden, dass durch die Vertreter der Bunderepublik Deutschland der Antrag an die EU in Brüssel bei den entsprechenden europäischen Institutionen gestellt wird auf die zukünftige Führung des Wolfes im Anhang 4 des Artikels 16 der FFH-Richtlinie anstatt im Anhang 5. In dem Anhang 4 werden weniger streng geschützte Pflanzen und Tiere aufgeführt. Die Führung des Wolfes im Jagdrecht als jagdbares Tier wäre zusätzlich eine wirksame Möglichkeit, bei Bedarf seine Ausbreitung zu begrenzen und die Scheu des Wolfes vor dem Menschen zu gewährleisten.

Mit der Führung im Anhang 4 würde der Wolf bei uns genau denselben Status erhalten, wie dies der Fall ist in andere europäischen Staaten.

2. Für den Beweis eines Wolfsrisses wird eine Umkehr der Beweislast gefordert

Die derzeit gültige Beweisführung über einen Wolfsriss ausschließlich über den DNA-Nachweis bei gerissenen Weidetieren soll abgelöst werden, zugunsten einer Beweisführung durch die verantwortlichen Wolfsbeauftragten oder Berater mit dem Nachweis, daß im Falle eines Rissereignisses es kein Wolf war, der den Schaden verursacht hat.

Dies gilt insbesondere bei Rissen von großen Weidetieren und bei Massenrissen.

Generell bedarf es einer Umkehr der Beweislast hinsichtlich des Nachweises eines

Wolfsrisses zugunsten der Weidetierhalter.

3. Angemessene Entschädigungen im Schadensfalle

Hier muss eine großzügige Entschädigung erfolgen, die der tatsächlichen Höhe des jeweiligen Wertes des getöteten Tieres entspricht. Wolfssichere Zäune gibt es in Wahrheit nicht, wolfsabweisende Zäune sind anzustreben, aber diese sind nicht in jedem Fall und für jede Tierart möglich. Die Basis für den Ausgleich von Schäden muss die gute fachliche Praxis der Einzäunung von Weidetieren sein und nicht die wolfssichere Einzäunung.

4. Die Vorgaben des Tierschutzgesetzes müssen auch in Bezug auf die Weidetiere wieder umgesetzt werden

Der Schutz der Weidetiere vor Raubtieren wie Wölfen muss durch Gesetzgebung und die öffentliche Hand wirksam unterstützt werden, wie dies in anderen EU-Staaten ebenfalls der Fall ist. Es ist für alle Tierhalter unerträglich, dass die Ansiedlung des Wolfes von staatlicher Seite stärker unterstützt wird als die artgerechte Haltung und der Schutz der wertvollen Weidetiere, die nicht zuletzt auch Bestandteile unserer menschlichen Nahrungskette sind.

 

Aktivitäten des IPZV e.V.:

Im IPZV e.V.  kümmert sich schwerpunktmäßig das Ressort Zucht um das Thema Wolf. Dies geschieht sowohl aktiv im Zuchtausschuss und hier in enger Zusammenarbeit der Ressortmitglieder mit den Vertretern der FN und den hier angeschlossenen Zuchtverbänden, dem APP (Aktionsbündnis Pro Pferd) und den Landwirtschaftsverbänden. Wichtig sind auch Besuche von Veranstaltungen, Treffen und Fortbildungen und nicht zuletzt auch Gespräche mit Politikern, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Als sachkundige Ressortbeauftragte für alle Belange rund um den Wolf unterstützt uns dabei in besonders hohem Maße Viktoria Große aus dem IPZV-Landesverband Berlin-Brandenburg.

Sowohl die Ressortleiterin Zucht wie auch die Landeszuchtwarte stehen allen IPZV-Mitgliedern gerne als Ansprechpartner für auftretende Fragen zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zum Thema sind unter folgenden Links zu finden:

https://www.pferd-aktuell.de/news/aktuelle-meldungen/fei---fn---dokr/ausbreitung-des-wolfes-verbaende-fordern-konsequenten-schutz-fuer-weidetiere

https://www.pferd-aktuell.de/news/aktuelle-meldungen/fei---fn---dokr/pferdezuechter-und-reiter-in-sorge-vor-dem-wolf

17.02.2020 | Infoabend mit Viktoria Große zum Thema Wolf

04.02.2020 | Marion Schoening (LV Berlin-Brandenburg)

Wer wissen will, warum ‚pferdegerecht und wolfssicher‘ bis heute nicht in Einklang gebracht werden konnten, was es für einen Widerspruch bei der Einzäunung gibt und verstehen möchte, warum das Pferd nach wie vor laut NABU eine ‚Sonderstellung‘ hat, ist hiermit eingeladen zum Infoabend zu kommen!

Der NABU berichtet 2016 selber von einem Wolfsübergriff auf seine Konikherde (Wildpferdeherde), bei dem insgesamt 3 Fohlen tot, 2 verletzt und 2 verschollen sind. In keiner Rissstatistik sind die Fohlen zu finden. Warum nicht und was es sonst noch für bemerkenswerte Fakten gibt, werdet ihr erfahren.

Ich sage euch: es lohnt sich, in dieses Thema einmal tiefer reinzublicken. Man kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen und sieht so einige Dinge aus ganz anderen Blickwinkeln.

Ich würde mich freuen, wenn eine rege Diskussion entsteht, Erfahrungen, eventuelle Bedenken und Fragen ausgetauscht werden. Jeder, der dazu bereit ist, ist herzlich willkommen!

Wann? 17.02.2020 19 Uhr
Wo? Frühsammers Restaurant
Was? Unkostenbeitrag von 5€

Anmeldung per Mail an: tierschutz@islandpferde-brandenburg.de

Herdenschutz in Niedersachsen - NDR1 Audiothek

NDR Foto: Silke Rudolph

10.01.2020

Gestern Abend berichtete der NDR1 eine Stunde lang über die aktuelle Situation und den Herdenschutz in Niedersachsen:

Total dafür oder total dagegen, eine goldene Mitte scheint es beim Thema Wolf in Niedersachsen nicht zu geben. Erst vor wenigen Wochen protestierten wieder Weidetierhalter in Hannover und forderten, den Wolf bejagen zu dürfen. Und auch in der letzten Landtagssitzung des vergangenen Jahres entbrannten hitzige Debatten zum Thema Wolf. Dabei ist für Experten die Sachlage klar. "Nur ein gut ausgeführter Herdenschutz bringt Ruhe in die Diskussion. Stabile Zäune mit ausreichend Strom und Herdenschutzhunde reichen um den Wolf erfolgreich abzuwehren. (Quelle: NDR1, Unser Thema, Herdenschutz in Niedersachsen)

Die komplette Diskussion vom 09. Januar 2020, 19:00 bis 20:00 Uhr ist in der Audiothek von NDR1 nachzuhören.

 

Gefahr Wolf: Positionen des IPZV

13.02.2019

Meldungen über Wolfsrisse geben auch Islandpferdehaltern in letzter Zeit zunehmend Grund zur Sorge. Befürchtungen, dass Pferde in Panik vor dem Wolf durch Weidezäune brechen, auf Straßen laufen und für Mensch und Tier tödliche Unfälle verursachen könnten, kommen hinzu. Der IPZV unterstützt zum Thema Wolf die Aktivitäten der FN, deren Anschlussverband er ist, und des Aktionsbündnisses Pro Pferd (APP), dessen Mitglied der IPZV ist.

Derzeit ist es noch so, dass der Wolf entsprechend des EU-Rechts in die höchste Kategorie aller schützenswerten Tier- und Pflanzenarten eingestuft ist. Dies ist die Gruppe IV und in dieser gilt absoluter Schutz vor menschlichen Eingriffen. Etwas weniger streng ist die Gruppe V, die es unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, "Tiere oder Pflanzen zu entnehmen", wie es heißt. Der Wolf hat vor allem durch diese aktuelle Artenschutzklassifikation und das derzeit geltende generelle Jagdverbot keine natürlichen Feinde. Er verliert demnach zunehmend seine Scheu und dringt immer wieder - auch potentiell menschengefährdend - in bewohnte Gebiete ein. Zusammen mit der FN wollen wir erreichen, dass der Wolf in Gruppe V eingeordnet wird, aber das ist ein langwieriger Prozess auf EU-Ebene. Wir begrüßen deshalb jüngste Vorstöße, eine punktuelle Bejagung des Wolfes bei Bedarf zuzulassen.

Wolfsabweisende Zäune sind keine Lösung! Selbst bei ihrer Zulässigkeit ist der Bau von wilddichten Zäunen auf großen Flächen im Sinne des Naturschutzes und für das wandernde große und kleine Wild abzulehnen. Schon jetzt erfordert es große Fachkenntnis, einen hütesicheren Zaun so zu bauen, dass er gesetzeskonform ist und möglichst vielen Wildtieren den Weg nicht versperrt.

Aus Tierschutz-, Naturschutz- und wirtschaftlichen Gründen ist das generelle wilddichte Einzäunen von Weideflächen für Pferde in Wolfsgebieten nicht umsetzbar. Es gilt, die Entwicklung intelligenter, wolfsabweisender Maßnahmen voranzutreiben und Forschungen zum digitalen Herdenschutz einzufordern.

Die Rückkehr zur Stallhaltung von Pferden lehnen wir strikt ab. Als Pferdehalter leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Flächenpflege im Sinne des Naturschutzes. Die naturnahe Haltung von Pferden mit möglichst ganzjähriger Haltung unter freiem Himmel auf vegetationsreichen Flächen mit Hecken, Büschen und Bäumen und Unterständen, die die Pferde bei Bedarf aufsuchen, ist gelebter Tier- und Naturschutz, dessen Entwicklung und Akzeptanz jahrzehntelanges Umdenken benötigt hat. Diese optimale Weidetierhaltung darf nicht durch einseitige und nicht zu Ende gedachte Schutzvorschläge gefährdet werden. Der Schutz der Weidetierhaltung muss Kernanliegen des Naturschutzes sein und darf nicht dem "Wolfsschutz" untergeordnet oder gar geopfert werden.

In IPZV-Präsidium kümmert sich schwerpunktmäßig die Ressortleiterin Zucht, Maria Siepe-Gunkel, um das Thema Wolf.

Sie steht IPZV-Mitgliedern gerne als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

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