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Kategorie "Mein besonderes Pferd" - Ör von Landefeld (Teresa Feuerstein)

25.06.18
von Bärbel Eckert

Bevor ich angefangen habe diesen Artikel zu schreiben, musste ich mir erstmal überlegen warum Ör überhaupt mein besonderes Pferd ist…
Ich habe die Antwort drauf ziemlich schnell gefunden:

Weil er etwas in mir verändert hat!

Ich bin noch jung aber ich kenne ihn schon seit 7 Jahren…seit ich 7 bin!

Aller Anfang ist schwer, besonders mit einem jungen, alles andere als einfachem Pferd.

Ör war nicht für mich gekauft worden, eigentlich sollte er das Pferd für meinen Vater sein, der schon immer gerne schwierige Pferde reitet. Er hat Ör auch gekauft, weil er wusste, dass er nicht einfach sein wird. Kurz und gut, absolut kein Kinderpferd und außerdem noch nicht sehr weit ausgebildet.

Obwohl er für meinen Vater bestimmt war, hat zwischen uns schon immer eine besondere Verbindung bestanden.

Also habe ich irgendwann mit meinem Vater Pferde „getauscht“ und bin so zu einem eigensinnigen Fuchswallach gekommen, in dessen Mähne ich beim Reiten fast versunken bin.

Die erste Zeit hat Ör mit mir gemacht was er wollte, ist beim Reiten einfach abgebogen oder losgerannt. Dabei war er aber nie böse oder hat versucht mich abzuwerfen sondern, was ich erst später bemerkt habe, ihm war einfach langweilig.

Heute bin ich ihm dankbar dafür, er hat mich zu der Reiterin gemacht, die ich heute bin. Vor allem meinen sicheren Sitz habe ich ihm zu verdanken!

Es lief nicht alles wie es sollte, aber ich wollte nie ein anderes Pferd.

Jetzt, 7 Jahre später, kann ich sagen, dass das wohl eine der besten Entscheidungen war die ich je getroffen habe. Wir haben uns gefunden, mittlerweile haben wir so eine enge Beziehung, wie ich sie mir damals nie hätte vorstellen können.

Aber wie kam es dazu? Wir mussten einen anderen Weg zusammen gehen!
Vor 2 Jahren hatten wir ein misslungenes Turnier, bei dem Ör nicht mal die Ovalbahn betreten wollte. Auf der Heimfahrt habe ich entschieden, dass sich etwas ändern muss!

Ich fragte mich was das Problem war, dann merkte ich, dass er keinen Sinn darin sah auf einer Ovalbahn zu laufen. Im Gelände ist er ein anderes Pferd, da läuft er mit Freude. Weiterhin habe ich entdeckt das er intelligent ist und Spaß daran hat was anderes zu machen. Was liegt da näher als etwas zu machen bei dem er zusätzlich gefordert wird, wir haben dabei die Freiheitsdressur für uns entdeckt.

Ör ist ein unglaublich intelligentes Pferd und hat innerhalb kürzester Zeit fast alle Tricks beherrscht, die ich kenne, wir können meistens komplett frei arbeiten.

Mit Trick sind nicht nur die „kleineren“ Zirkustricks gemeint wie Flehmen, Küsschen geben, Ja- und Neinsagen oder Sachen halten und bringen, sondern auch zirzensische Lektionen wie Steigen, spanischer Gruß /Schritt, Kompliment, Plieé , Knien, Liegen oder Sitzen.
Viele der eigentlich komplizierten Tricks hat er innerhalb kürzester Zeit gelernt und verinnerlicht und freut sich immer, sie zeigen zu können.

Auch in der Freiarbeit gibt es wieder viele Lektionen, die er beherrscht wie Zirkeln in allen Gangarten (auch rückwärts), Seitengänge, das verstärken von Trab und Galopp und das Spielen miteinander.

Da ich ihn mittlerweile gebisslos reite, habe ich oft das Gefühl, je weniger Ausrüstung wir benutzen desto feiner reagiert er. Aufgrund dessen kann ich jetzt auch nur mit Halsring reiten. Das machen wir aber nur in abgezäunten Bereichen, weil ein Pferd immer noch ein Fluchttier ist. Es macht uns zusammen unglaublich viel Spaß. Egal in welcher Umgebung wir sind, hört er mir zu und reagiert sehr fein auf meine Hilfen.

Wir sind auch schon auf verschiedenen Veranstaltungen aufgetreten. Dieses Jahr war es neben kleineren Feiern und Vereinsfesten zum Beispiel eine Vorführung auf dem OSI Urspringen. Wer weiß, vielleicht wird da noch mehr draus.

Teresa Feuerstein, 14 Jahre

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