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Richterfortbildung in Kaufungen

03.04.12
von IPZV e.V.

Rund dreißig IPZV-Sportrichter trafen sich Ende März in Kaufungen zur kombinierten Richtertagung und -fortbildung.
Die Fortbildung wurde von den beiden IPZV-Ausbildern Nicole Kempf und Jens Füchtenschnieder betont praxisnah gestaltet: Trotz teils ungemütlicher Witterungsbedingungen verbrachten die Teilnehmer den Samstag überwiegend an der Ovalbahn, um die vom Team des Gestüts Ellenbach organisierten Demonstrationsritte zu verfolgen und zu diskutieren, bevor es am Sonntag in die Halle ging.

Samstags: Tölt
Dabei stand der Samstag ganz im Zeichen der Gangart Tölt: Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Richter den verschiedenen Tölttempi und deren korrekter Ausführung. Einigkeit bestand vor allem darin, dass der in der englischen Hauptausgabe der FIPO verwendete Begriff "Slow Tölt", häufig nicht ganz richtig verstanden und ein zu schnelles Tempo geritten wird. 

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Aufgabenteil "Zügelüberstreichen" in den Prüfungen T2 und T4. In der Gruppenprüfung T4 sind sich viele Reiter nicht sicher, wie genau das Zügelüberstreichen hinsichtlich Handhaltung und Zügellänge aussehen soll, und verschenken im Ergebnis u.U. Punkte, die sie eigentlich problemlos erreichen könnten. Eine entsprechende Veröffentlichung in den IPZV-Organen soll hier in Kürze für Klarheit sorgen. Zur Einzelprüfung T2 erörterten die Ausbilder, dass das Zügelüberstreichen nicht überhastet durch ein "Wegwerfen" der Zügel Mitte der kurzen Seite beim Übergang vom zweiten zum dritten Aufgabenteil erfolgen muss, sondern dass ein harmonisches Überstreichen gezeigt werden soll.

Unabhängig von der Prüfung betonten die Sportrichter die große Bedeutung einer differenzierten Notengebung im Durchschnittsbereich der Noten 5 und 6. Eine gute Möglichkeit zur Ausdifferenzierung wird in der Vergabe von einem zusätzlichen halben Punkt für harmonisches, schönes Reiten gesehen, was in jedem Aufgabenteil möglich ist. Eine kurze Umfrage unter den Teilnehmern ergab, dass Richter, die selber aktive Turnierreiter sind, häufiger zu diesem Mittel greifen - aufgefordert dies zu tun sind selbstverständlich alle Richter.

Sonntags: Dressur
Am Sonntag beschäftigten sich die Tagungsteilnehmer intensiv mit den Dressurprüfungen im Turniersport, und hier wiederum besonders mit den neu ins Regelwerk aufgenommenen Gehorsamsprüfungen D2b, D3b und D4b. Gemeinsam erarbeiteten die Richter für diese neuen Aufgaben die Bewertungsbögen, legten also fest, welche Teile der Gesamtaufgabe jeweils eine eigene Note erhalten und welche gemeinsam mit anderen Elementen zu einer Note zusammengefasst bewertet werden. 

Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre herrschte auch hierbei Einigkeit, dass die gewünschte Ausführung und Linienführung der Aufgabenteile ausführlicher erläutert werden sollte, z.B. durch der IPO beigefügte Zeichnungen. Denn obwohl die geforderten Lektionen allesamt zum Standardrepertoire der Dressurreiterei gehören und beispielsweise in den Veröffentlichungen der FN gut dokumentiert sind, gibt es doch immer wieder Prüfungsstarts, die durch fehlende Kenntnis der geforderten Ausführung unnötig schlecht bewertet werden müssen. 

Tagung
In der Richtertagung unter Leitung von Christoph Leibold bewerteten die Sportrichter die Saison 2011 und ließen sich über Neuerungen für die Saison 2012 informieren: Einig man war man sich beispielsweise darin, dass sich die Markierungen an den langen Seiten im Töltpreis und den Fünfgangprüfungen gut bewährt haben. Das von der FEIF ausgerufene Jahr des harmonischen Reitens unterstützt der IPZV aus voller Überzeugung; die Richter sind sich einig, hier vor allem positive Signale an die Reiter zu senden und feine Einwirkung und guten Sitz zu belohnen.

Intern wird es 2012 für die Richter einige kleine Veränderungen bei der Turnierverwaltung geben: So erprobt der IPZV in diesem Jahr ein neues Kalendersystem, das Veranstalter bei der Richtersuche und Richter bei der Turniersuche unterstützen soll. Das elektronische Chefrichterprotokoll wird so angepasst, dass die Einsatzzeiten der einzelnen Richter genauer erfasst werden können. Das Protokoll der Richtertagung wird separat veröffentlicht.

Nach zwei arbeitsreichen Tagen herrschte auch beim Fazit die von den Richtern so oft geforderte Einigkeit in der Bewertung: Eine effektive und wichtige Fortbildung mit Blick auf die kommende Turniersaison!

 

Foto: Christoph Leibold

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