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Wanderreitcup 2017: Mit Kilometern zum Sieg

23.01.18
von Bärbel Eckert

Was lassen sich die meisten Island-Touristen auf der Insel nicht entgehen? Reiten! Von kleinen Ausritten bis hin zu mehrtägigen Touren wird in der Heimat unserer Islandpferde vieles angeboten. Dabei wird ganz übersehen, dass auch in Deutschland wunderschöne Wanderritte möglich sind.

Davon wissen die Gewinner des Wanderreitcups 2017 zu berichten: Die 12-jährige Lucy Hoos vom IPR Kreis Heinsberg, die stolze 95 Kilometer mit ihrer Saeta und einem weiteren geliehenen Pferd zurücklegte, der 16-jährige Christian Nüssle und die gleichaltrige Teresa Hauer vom IPZV Süd, die mit ihren Pferden je 405 Kilometer schafften und der 65-jährige Peter Kames, ebenfalls vom IPR Kreis Heinsberg. 

Peter Kames erritt im Jahr 2017 genau 1.218 Kilometer – nachgewiesen und registriert vom IPZV. Damit war er der aktivste Wanderreiter, der seine zurückgelegten Kilometer der Organisationsleitung des vom IPZV ausgerichteten Wanderreitcups gemeldet hat.

Mit dem Wanderreitcup würdigt der Verband die besondere Leistung, die Pferd und Reiter mit dem zurückgelegten Weg erbracht haben – sportlich, kameradschaftlich und mental. Denn Langstreckenritte, wie sie zum Erreichen einer solchen Kilometerzahl notwendig sind, benötigen viel Training, Vorbereitung und Wissen. Vor allem aber: Teamgeist. Denn nur Ritte mit mindestens vier (menschlichen) Teilnehmern werden gezählt. Diese dürfen auch ein Handpferd mitnehmen oder mit unterschiedlichen Pferden die Kilometer zurücklegen. 

Der Gewinner bei den Erwachsenen, Peter Kames, schaffte seine Strecke mit nur einem Pferd: Loftfari vom Mühlenberg, einem dunklen Wallach, der 2017 seinen 20. Geburtstag feiern durfte. „Er ist aber immer noch topfit“, erzählt Kames über seinen liebevoll Lofti genannten Kameraden. Zusammen gingen die beiden 2017 auf kürzere und längere Ritte, von denen eine Etappe auch mal 40 km lang war.

Dabei haben sie viel zu sehen bekommen, wie sie auf Facebook berichten. Im Sommer waren sie ganze vier Wochen am Stück mit dem Stafettenritt zur WM 2017 in Deutschland und Holland unterwegs. In dieser Zeit ist Lofti mit seinem Reiter insgesamt 675 km gelaufen. „Die restlichen Kilometer kamen dann über das Jahr verteilt zusammen“, erzählt Kames. Zum Wanderreiten kam er durch einen Urlaub in Island. Wieder zu Hause lieh er sich immer wieder Pferde, bis Lofti vor 14 Jahren zu ihm kam. „Heute sind wir so eingespielt, dass ich keine anderen Pferde mehr reiten kann.“

Peter Kames und Lofti gehören wie die 12-jährige Lucy Hoos dem IPR Kreis Heinsberg an, der regelmäßig WRC-Ritte anbietet. „Einmal im Monat machen wir mindestens einen WRC-Tour im Verein“, erzählt Kames. Lucy Hoos gewann den Wanderreitcup in der Kategorie der 6- bis 12-jährigen „sowohl mit Saeta als auch mit einem geliehenen Pferd“, wie sie stolz berichtet.

„Saeta ist meine Reitbeteiligung. Sie ist gerne im Gelände mit mir unterwegs. Sie ist ein Apfelschimmel und sehr schnell. Ich nenne sie deshalb immer ‚weißer Blitz’. Ich kann mich immer auf sie verlassen“, so Lucy. Die Siegeskilometer schaffte Lucy dank ihrer Mutter, die sie mit acht Jahren zum Wanderreiten brachte und heute noch überall hin begleitet.

Die beiden Sieger unter den Jugendlichen sind ebenfalls Teil einer Wanderreit-Gemeinschaft im IPZV Süd. Der 16-jährige Christian Nüsslein wurde von seiner Stallbesitzerin auf den Geschmack gebracht und fährt immer mit ihr, seinem Kumpel und der zweiten Siegerin unter den Jugendlichen, der ebenfalls 16-jährigen Teresa Hauer, zu den im Süden ausgeschriebenen Wanderritten.

„Vom Virus gepackt wurde ich schon bei meinem ersten Ausritt“, erzählt er. Seine Finka wird ihm von der Stallbesitzerin Susi Wollmann zur Verfügung gestellt. „Aber sie ist wie mein eigenes.“ Susi Wollmann schafft es auch, die Jugendlichen zu den langen Ausritten am Wochenende zu motivieren. „Wir machen vom Stall aus sogar jedes Jahr einen Jugendwanderritt, zu dem auch immer neue Jugendliche kommen, die bei anderen Ritten dabei waren“, erzählt Chris. 

Was den dreien so viel Spaß am Wanderreiten macht? „Dass man mit dem Pferd zusammen ist und nette Leute kennen lernt“, antwortet Kames spontan. Lucy ergänzt: „Mich entspannt das Reiten im Gelände und ich finde die Natur so schön.“

Und für Chris ist es „einfach die Gemeinschaft, die viel Spaß macht. Die Leute sind eben super nett und abends ist es noch super lustig, wenn man zusammensitzt.“

Text: Charlotte Erdmann

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