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Wanderreiter 2007: Die Nominierten

Antje Dorn
...kommt aus Sankt Andreasberg im Harz und gehört zu den Islandpferdereitern, die nach einem erfolgreich abgeschlossenen Berufsleben für sich herausgefunden haben, dass Islandpferdereiten genau das Richtige für sie ist.
 Sie gehört also zu den genannten und im Moment viel zitierten "best agern" im Verein. Unweit vom Autohaus ihrer Kinder führt sie eine Wanderreitstation, und immer, wenn man dort anruft, muss darauf warten, dass sie von den Pferden wieder kommt.
Zum Stafettenritt 2007 nach Brook an der Ostsee kam sie mit Gustur, einem großen schwarzen, starken Wallach, der manchmal auch schon etwas zu stark für die zierliche Reiterin zu sein schien. Aber bis zum vorletzten Tag in Deutschland waren beide mit dabei. Ohne großes Federlesen gingen Gustur und Antje durch Díck und Dünn. So wurden sie zum festen und unverzichtbaren Bestandteil der Kerngruppe.
In dieser großen und starken Gruppe zeigte sich, dass Zurückhaltung eben nicht immer Zaghaftigkeit bedeutet, und diese unauffällige Zurückhaltung gepaart mit eine zähen Beständigkeit für eine Gruppe von sehr verschiedenen, auch exzentrischen Reitern sehr wichtig sein kann. Mit der Nominierung wollen wir Antje Dorn unsere Anerkennung zeigen, für ihre Kraft an einer so langen Rittstrecke teilzunehmen.
Ihr Durchhaltevermögen und ihr stiller Mut soll Beispiel gebend sein, für viele andere Reiter in der zweiten Lebenshälfte es auch einmal zu versuchen, an einem langen Wanderritt teilzunehmen. Dass sich so ganz automatisch auch die reiterliche Leistung erheblich verbessern lässt, nimmt man dann doch gern in Kauf. Wir wünschen Antje noch viele schöne Stunden mit Gustur - durch Dick und Dünn.

Ineke Moret
„Hallo Astrid, danke fur deine e-mail. Mein deutsch ist nicht so gut...“, so begann die Mail, die mir Ineke am 23.11.2006 um 11.51 Uhr schrieb.
Viele E-Mails in deutsch und englisch haben wir miteinander gewechselt, und am Schluss ist eine niederländischen Beteiligung am Stafettenritt herausgekommen, so wie wir sie uns wohl beide nicht erträumt haben. Nun, dass hat sie jetzt davon, denn bereits heute haben wir angefangen, die Strecke des WM-Stafettenritts 2009 von Oirschot nach Sankt Gallen vorzubereiten.
Ineke Moret war unsere ganz persönliche Freundin in Holland, sozusagen die "Hostess for VM-Relay-Ride 2007" - und sie hat ihren Job perfekt gemeistert.
Gleichgültig ob die Suche nach einem Tierarzt, die Frage nach einem anderen Heuhalm für das allergische Pferd, die Übersetzung einer Speisekarte, den Ritt zu den wilden Pferden durch die Kampina in Best, den Empfang der Reiter auf dem Markt in Oirschot, oder die Suche nach dem ultimativen Musiktitel für den Einritt --- es gab wirklich nichts, was Ineke für uns nicht organisieren konnte.
"No problem" - Ineke empfing uns fröhlich mit Sekt und karibischen Blumenkränzen in der Grenze in der Grafschaft Bentheim und begleitete unsere Gruppe eindrucksvoll mit Fahnen und Grußbotschaft bis ins WM-Stadion nach Oirschot. Ganz im Sinne der europäischen Islandpferdevereinigung:  FEIF brings people together with their passion for the Icelandic horse. Dies ist Grund genug für uns, Ineke Moret aus den Niederlanden mit der Nominierung  für unseren Sleipnirpreis der Wanderreiter in Deutschland zu ehren.

Ulrike Roosen-Runge
Kommt aus dem kleinen Ort Krummesse in der Nähe von Lübeck, genau da, wo das Marzipan herkommt. Sie ist eine studierte Ärztin und reitet seit vielen vielen Jahren mit großer Leidenschaft Islandpferde.
Weil ihr das allein nicht ausgereicht hat, hat sie an einem Reitwegeverbundsystem für den Osten Holsteins  und Mecklenburg-Vorpommern mitgearbeitet. Mit diesen Insider-Kenntnissen war sie eine unerlässliche Hilfe für die ersten Etappen des Stafettenritts. Als Rittführerin der FN konnte sie ihr Know-how in der Streckenführung und Rittbegleitung einbringen.
Ihr Engagement, ihre Hilfsbereitschaft beim Stafettenritt 2007 nicht nur in Vorbereitung und Organisation der ersten und mit Abstand schwierigsten Strecke ist unübertroffen. Sie stellte den nicht berittenen Begleitern Pferde zur Verfügung, organisierte und reiste zum Schluss auch noch ins Emsland, um am niederländischen Teil des Rittes teilzunehmen.
Aber Ulrike wäre nicht sie selbst, wenn sie dort einfach nur mitgeritten wäre. Nicht nur beim Eintritt ins Stadion hatte sie eine tragende Rolle. Sie nahm mit ihrer ruhigen und freundlich bestimmten Art die Gruppe bis zum Schluss unter ihre Fittiche. Sie trug das kostbare Lederetui mit sämtlichen Namen aller am Ritte beteiligten Reiter von Norrköping bis nach Oirschot  ins WM-Stadion.
Zu guter Letzt schrieb sie in einer abschließenden, sehr anschaulichen Berichterstattung für das ISLANDPFERD auch noch alles auf – so wie auch auf vielen Seiten im Logbuch. Ganz aktuell lädt sie in Krummesse zum Reiterstammtisch ein, und bereitet für das kommende Jahr Wanderritte im Raum Lübeck und dem Herzogtum Lauenburg vor!

 

Fotos: Linsenmeyer (2), privat 

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