Robust und in der Herde
Islandpferde wurden seit alters her - mit Ausnahme der Reit- und Arbeitspferde - halbwild in Herden gehalten. Im Herbst wurden sie ins Tiefland getrieben, wo sie markiert und dann bei den Höfen überwintert wurden.
Bis in die jüngere Zeit war eine Zufütterung nur selten üblich, so daß sich die Pferde auch bei schlechtestem Wetter ihr Futter auf den großen Weiden selbst suchen mußten. Es ist noch nicht lange her, daß Heu oder eventuell Kraftfutter an die Herden verfüttert wird. An diese Art der Haltung ist der Isländer angepaßt: Ein Pferd mit ausgeprägtem natürlichem Sozialverhalten, leichtfutterig und durch seine Konstitution hervorragend extremer Witterung angepaßt.
Viele der positiven Eigenschaften des Islandpferdes, besonders im Umgang und Charakter, beruhen auf dieser jahrhundertealten Haltungsart. Sollen diese Eigenschaften - hierzu gehören auch die hohe Fruchtbarkeit und die Fähigkeit, Fohlen problemlos zur Welt zur bringen - erhalten werden, sollten die Pferde auch weiterhin in Herden und robust gehalten werden. Dies ist eines der wichtigsten Ziele zur Bewahrung der typischen Eigenschaften.
Sicherlich wird Deutschland niemals die isländischen Lebensbedingungen für die Pferde bieten können, jedoch sollte die artgerechte Haltung von Isländern höchste Priorität haben, und folgende Punkte sollten dabei unbedingt verwirklicht werden:
Wenn diese Forderungen erfüllt sind, wird man auf lange Zeit Freude und Befriedigung aus dem Reiten eines freundlichen, ausgeglichenen Pferdes bis ins hohe Alter ziehen. Neben dem Reiten wird man sich an der Beobachtung des Verhaltens der einzelnen Pferde in der Herde erfreuen, und man wird vieles über sein eigenes Pferd lernen, was man beim Reiten nicht für möglich hält - tun Sie Ihrem Islandpferd den Gefallen! Es hat auch Spaß daran!