T1, T2, V1 & F1 an Rúna Zingsheim
Zwei der bestorganisierten Deutschen Islandpferde-Meisterschaften (DIM) der IPZV-Geschichte haben hier bereits stattgefunden, auf dem Gestüt Töltmyllan der Familie Engel. Anfang Juni öffneten sich nun die Pforten für Reiterinnen und Reiter aller Klassen.Schon zum Auftakt der Wettkämpfe am Donnerstag durften sie sich alle schon gleich richtig wohlfühlen: Gutes Wetter und eine Top-Bahn sowie die herzliche Atmosphäre, die sämtliche Turniere der Gastgeber auf ihrem Gestüt seit Jahren auszeichnet, haben bereits dem ersten Tag des 2008er OSI zu vollstem Gelingen verholfen.
Eine Reiterin setzte dann auch gleich in ihren Vorentscheidungen ein ganz großes Ausrufzeichen: Rúna Einarsdóttir-Zingsheim startete im Viergangpreis der höchsten Sportklasse mit zwei Pferden - Nóna frá Mosfelli und Trú vom Forstwald - und steuerte sie beide zum geteilten ersten Platz: punktgleich mit einer 6,80er Note. Dahinter Irene Reber mit ihrem Brjánn frá Reykjavík (6,73), Platz 4 für Karly Zingsheim auf Dagur und auf dem 5. Rang Isabelle Lagemann mit Garpur frá Strandarhöfði. Und auch im Fünfgangpreis zauberte Rúna einen tollen Ritt auf die Bahn von Lindlar: 7,20 Punkte standen am Ende als Wertung des internationalen Richterkollegiums (u.a. mit dem ehem. T2-Weltmeister Will Covert aus den USA) für die Vorstellung mit Freyr vom Nordsternhof auf dem Tableau.
Haukur Tryggvason belegte mit seinem Baltasar vom Freyelhof nach der Vorentscheidung den 2. Platz (Endnote 6,83 - sehr streng dabei die Blicke der Richter von ihren unterschiedlichen Positionen aus: die Noten rangierten zwischen 5,9 und 7,2). Platz 3 ging an Uli Reber auf Naddur vom Schluensee; dahinter qualifizierten sich für's Finale sowohl Nadja Wohllaib und Tún von Borbeck (Næla hatte an diesem Wochenende Turnierpause) wie auch Steffi Kleis auf Ponta vom Wiesenhof.
Freitag
Blauer Himmel und Sonnenschein boten auch am 2. Turniertag in Lindlar traumhafte Bedingungen für guten Islandpferde-Sport. Um 8 Uhr war bereits Wettkampfbeginn mit der Töltprüfung T6 in der Sportklasse C. Dabei erwischte Isabelle Lagemann einen guten Start in den Tag: 6,03 auf Garpur frá Strandarhöfði. Damit lag sie punktgleich mit Katja Höpke auf dem ersten Platz. Katja ritt Smári vom Wental. Rang 3 ging an Marit Thiele auf Klara vom Wental. 45 Teilnehmer hatte die T3 der Sportklasse B. Ganz souverän setzte sich Steffi Kleis an die Spitze. Sie ritt Kormákur vom Lipperthof und kam auf 6,83 Punkte. Auf den Plätzen: Haukur Tryggvason mit Eik vom Freyelhof und erneut Steffi Kleis, diesmal mit der Stute Hylling vom Lipperthof.
Die Vorentscheidung der T5 gewann Kristina Kläge auf Þór Runni Fiume, in der T7 war wiederum Angi Wittfeld mit Örvi vom Weickenhof erfolgreich. Im Anschluss folgte die T2 in der Sportklasse B. Die darin geforderte Mischung aus beliebigem Tempo Tölt, der Fortsetzung im langsamen Tempo und schließlich dem Zügelüberstreichen meisterte am besten Eva Schneider auf Blossi frá Skarholt. Platz 1 mit 6,63 Punkten - damit hat sie sich für die Sportklasse A qualifiziert. Ebenfalls im Finale dabei: Frank Hinken auf Náttfari (6,50 und damit ebenfalls Sport A - herzlichen Glückwunsch!) vor Gerd Flender auf Falki vom Frankenhof, Ralf Wohllaib auf Svaðilfari von Borbeck und den gleichplatzierten Walter Feldmann auf Glampi vom Warmetal, Martina Gifi mit Gydia von Oberbiberg und Helen Hillesheim auf ihrer Scheckstute Lyfting frá Strandarhjáleigu.
Viergang hieß es im Anschluss zunächst für die Jugendlichen, dann für die Junioren. Diese V5 in der "J-Klasse" gewann Patricla Grolig auf Falki vom Frankenhof (6,23 - vorher war Falki schon erfolgreich unter Gerd Flender in der T2 gestartet), in der "H-Kategorie" war Katrin Avenarius mit Fjalar von Ellenbach und 5,83 Punkten ganz vorn.
Dann war wieder die Sportklasse A an der Reihe - die Disziplin: T2. Schöne Bilder von den Reitern und Pferden auf der Bahn von Lindlar. Jolly Schrenk hatte ja genau an diesem Ort im vergangenen Sommer den Deutschen Meistertitel in derselben Disziplin feiern dürfen, bevor sie mit Laxnes vom Störtal wenige Wochen später in den Niederlanden Weltmeisterin in dieser Prüfung wurde und damit eine "gute deutsche Tradition" fortsetzte. In Lindlar ging es heute nicht um den WM-Titel, trotzdem waren die Starter mit reichlich Einsatz am Werk. Platz 1 ging schließlich an Rúna Einarsdóttir-Zingsheim. Sie erritt auf Freyr vom Nordsternhof eine Punktzahl von 7,37 und führt damit derzeit in gleich 3 Sport-Prüfungen (V1, F1, T2 - hossa!). Auf den Plätzen für's Finale qualifiziert: Uli Reber auf Naddur vom Schluensee (7,00), Steffi Kleis mit Ponta vom Wiesenhof (6,93), Nadja Wohllaib auf Tún von Borbeck (ebenfalls 6,93) und Walter Feldmann. Er ritt mit Sikill frá Sperðli auf Platz 5.
Junioren-V2 hieß das nächste Kapitel, und die zwischenzeitliche Führung eroberte Annika Hassel mit Ásdís vom Birkenhof (5,80). In der Jugend-V2 gewann Christopher Weiss mit Simba vom Steinadlerhof punktgleich mit Lena Maxheimer auf Stjörn vom Eifelhaus (beide 5,67) vor Hanne Böckmann auf Þruða fra Bjargshóli mit 5,60 Punkten.
"Youngster-Viergangpreis" (FIPO-Code "Y.A.V1") war der Titel des nächsten Highlights in Lindlar. Bei dieser kombinierten Jugend-/Junioren-Prüfung gingen einige der besten Nachwuchs-Reiter Deutschlands an den Start, so z.B. Sophia Humpert. Sie steuerte ihren Garri frá Sigmundarstöðum auf Platz 3. Vor ihr waren lediglich auf dem 2. Rang Dennis-Marvin Wülpern mit Gauti frá Reykjavík und - in Führung - eine starke Katrin Reinert mit ihrem WM-Pferd von 2005, Djarfur frá Lukkubæ (6,57).
Im Fünfgangpreis der Youngsters gaben Jonas Hassel und sein Hengst Seifur
vom Birkenhof klar den Ton an. Mit 6,57 Punkten blieben die beiden klar vor
der Zweitplatzierten Laura Löhrer mit Vigga frá Katulabo. Chiara van der Put
kam auf den dritten Rang; sie ritt Jarpur vom Waldhof.
Nach Anbruch der Dunkelheit und unter Flutlicht kam es dann zu einem Wimpernschlag-Entscheid im Speedpass. Ein starkes Duo aus Nicole Mertz und ihrem Odin vom Moorflur besiegte dabei mit 4 Hundertsteln Vorsprung Jens Füchtenschnieder auf Keimur frá Votmúla.
Ergebnis vom Speedpass
1) Nicole Mertz, Odin vom Moorflur - 7,90 Sekunden
2) Jens Füchtenschnieder, Keimur frá Votmúla - 7,94
3) Dennis-Marvin Wülpern, Óspakur frá Hùsatóftum - 8,19
4) Marjolein Strikkers, Erró frá Vallanesi - 8,21
5) Erik Spee, Kólgríma Tinnudóttir frá Litla-Húsið - 8,53
Samstag
Es war einfach ihr Wochenende: Rúna Einarsdóttir-Zingsheim hatte am Samstag Nachmittag schließlich die Vorentscheidungen aller schweren Sportprüfungen gewonnen: T1, T2, V1 und F2. Im Viergang belegte sie sogar mit 2 Pferden punktgleich den 1. Platz. In einem absolut hochklassigen Töltpreis-Vorentscheid hatte die gebürtige Isländerin und als Gattin von IPZV-Präsident Karly Zingsheim neue "First Lady" der deutschen Islandpferde-Szene erneut keinen Zweifel an ihrer eigenen Stärke sowie an der ihrer 3 Wettkampf-Pferde gelassen.
Mit 7,77 Punkten setzte sie mit ihrer gleichermaßen eleganten wie kraftvollen 9-jährigen Dökkvi-Vollschwester Nona frá Mosfelli bei sommerlichen Temperaturen auf Töltmyllan auch in der T1 ein weiteres Ausrufzeichen. Aufmerksame Chronisten werden bestimmt gern 'mal nachschauen, ob und wann es diese gebündelte Spitzenleistung letztmalig gegeben hat: 4 A-Final-Startberechtigungen in den Sportprüfungen der höchsten Klasse mit 3 unterschiedlichen Pferden bei ein und demselben Turnier!
Rund zweieinhalb Zehntel dahinter reihte sich Karly auf Dagur ein (7,53). Der IPZV-Präsident hatte zuvor bereits einen Sieg in der Dressur gelandet - für ihn nach einigen Erfolgen rund um das Jahr 2001 im aktuellen Turniergeschehen ein eher unübliches Terrain, auch wenn er, wie man weiß, den Dressur-Exerzizien im Training zu Hause auch heute noch viel Wert beimisst. Nach leichten anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten der "Routenführung" durch's Buchstaben-Labyrinth im Viereck (Kollege Reber: "Macht nix, demnächst bringt er dann ein GPS mit!") war's am Ende doch eine absolut überzeugende Vorstellung und Platz 1 in der Gehorsamsprüfung.
Zurück zur T1: auch auf den Plätzen 3 und 4 fand sich nach starken Ritten ein weiteres Ehepaar wieder: Irene Reber mit Brjánn frá Reykjavík (7,17) und Uli Reber auf Urður frá Gunnarsholti (7,07). Auf dem letzten Platz mit Startberechtigung für's Finale am Sonntag stand am Ende erneut Rúna Zingsheim, diesmal mit Trú vom Forstwald (7,03). Den fünften Rang gab sie für die Endausscheidung aber selbstverständlich frei - darüber freute sich die Sechstplatzierte Nicole Rubel-Leibold. Sie hatte mit ihrem Marlon frá Skyggni genau 7,00 Punkte "gesammelt".
Wer sich unter "Cow-Bingo" nichts vorstellen kann, hätte am Samstag Abend einfach dabei sein müssen, als Rappstu..., nein, als Kuh Mibi den wettlustigen Islandpferdefreunden auf dem OSI in Lindlar einen wahrlich nervenzerreißenden Gedulds-Krimi abrang. Zuvor hatte die Möglichkeit bestanden, aus einem Raster mit insgesamt 36 Feldern auf das bzw. die Kästchen zu tippen, wo die Kuh der Wahrscheinlichkeit nach ihren ersten Fladen ablegen würde. Dieses Raster war dementsprechend auch auf das Spielfeld aufgesprüht worden.
Die offensichtlich rundum glückliche und in sich ruhende Kuh sah allerdings zunächst überhaupt keine Veranlassung, sich auch nur ansatzweise in oder über einem oder mehreren Kästchen zu erleichtern. Währenddessen schauten die Menschen von ihren Tribünen-Plätzen gebannt in die Mitte der Bahn und verfolgten jeden Huftritt des tiefschwarzen Rindes - Sch...-Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes!
Sogar der wohlklingende Gesang des Publikums unter Leitung der "Lindlarer Tenöre" mit Ralph Roß am Mikrofon - "Wir woll'n Dich sch... seh'n!" - zeigte bei Mibi aber leider keine Wirkung. Erst als sie ihre Darm-Perestaltik durch erneuten Fraß und vierfachmagentechnische Verdauung des saftigen Grüns dermaßen in Schwung gebracht hatte, dass die vorgelagerten Ausscheidungsprodukte irgendwann einfach 'raus mussten, konnten die Feld-21-Tipper jubeln. Dort hatte die liebe Kuh nämlich ihren "Wettkampf-Fladen" untergebracht. Herzlichen Glückwunsch!
Für die Zweibeiner gab's anschließend im Engel'schen Festzelt ein gewohnt abwechslungsreiches und köstliches Heiß-und-Kalt-Buffet plus frisches Grillgut - dabei kam wahrlich jeder auf seine Kosten und niemand zu kurz.
Nach dem Mitternachts-Tölt - Goldmedaille für den töltenden Teletubby (Martina Gifi) - startete der Reiterball, der wohl mit Leichtigkeit als eine der besten Turnier-Parties der letzten Jahre bewertet werden darf. Viele gute Gespräche an den Tischen und Bänken im vorderen Bereich des Zeltes, ein DJ, der wirklich wusste, für musikalische und Tanz-Stimmung zu sorgen und sie durch geschickte Mischung der Songs von den 70ern bis zu den aktuellen Charts aufrechtzuhalten ... und natürlich ein entsprechend angeregtes und tanzfreudiges Publikum, von dem bis halb 2 kaum jemand die Tanzfläche verließ.
Danach lichteten sich zwar langsam die zuvor kuschelig-dicht gedrängten Reihen, aber auch um halb 4 waren immer noch mindestens 60 Tänzer und weitere rund 40 Partygäste so begeistert von der Stimmung, dass sie gar nicht "nach Hause" gehen wollten. Auch wenn Mick Jagger das zu dem Zeitpunkt geringfügig anders sah und dies per Lautsprecher stimmgewaltig zum Ausdruck brachte, hatten gegen 4 Uhr dann doch die meisten Tänzer bei dieser wirklich tollen Party ausreichend "Satisfaction" getankt und machten sich auf den Heimweg. Wann irgendwer schlussendlich als Letzter das Licht ausmachte, bleibt dann wohl der Legende überlassen ...
Sonntag = Finaltag
Töltpreis T1, Töltprüfung T2, Viergangpreis V1 und Fünfgangpreis F1 - diese vier "Majors" der Sportklasse A hat Rúna Einarsdóttir-Zingsheim nicht nur in den Vorentscheidungen dominiert. Am Sonntag konnte sie zum Abschluss eines abermals exzellenten Islandpferde-Turniers auf dem Gestüt Töltmyllan auch noch ganz souverän die Sieger-Pokale aller vier Disziplinen mit nach Hause nehmen!
Da waren selbst Veteranen wie Walter Feldmann, der bestimmt so ziemlich alles Denkbare und Mögliche in den Jahrzehnten seiner erfolgreichen Karriere erlebt hat, zunächst sprachlos und zollten der Isländerin schließlich aufrichtig ihren Respekt: "Das ist der Wahnsinn, welch starke Leistung Rúna hier zeigt. Ich kann mich nicht erinnern, dass einmal jemand mit vier ersten Plätzen in den Vorentscheidungen sämtlicher Sport-A-Prüfungen in ein Turnier gestartet ist und dann auch noch alle Finals gewonnen hat. Das ist heute etwas ganz Besonderes!"
Aber der Reihe nach. Bevor am Ende des Tages dieser "Grand Slam" feststand - man könnte ggf. vom "Rúna Slam" sprechen -, sah der Programmablauf noch zahlreiche weitere Prüfungen auf der Oval- und Passbahn vor. Letztere ist ja bekanntlich soetwas wie das "Wohnzimmer" von Jens Füchtenschnieder. Zwar hatte er sich am Freitag im Speedpass der auf ihrem Odin vom Moorflur bei alter WM-Stärke angekommenen Nicole Mertz geschlagen geben müssen (in Oirschot hatte sie 2007 die Bronzemedaille gewonnen), aber schon am Samstag sahen wir ihn zurück an der Spitze des Feldes in der Passprüfung. Diese gewann er mit fast 8,50 Punkten, der bislang höchsten Note seiner Karriere.
Sonntag Mittag gingen die Pass-Profis für ihre Rennen über 150 und 250 Meter aus der Startbox auf die Bahn. Während die Langstrecke erneut an Jens und Keimur frá Votmúla ging (22,47 Sekunden), hieß die Siegerin über 150 Meter Christina Dittrich (15,76 Sekunden). Sie hatte ihren Skotti frá Ottawa bestens im Griff und steuerte ihn auf den 1. Platz. Tolles Pass-Debüt auch von Andreas Trappe mit seinem Fünfgang-Hengst Lindi frá Malborgh. Die beiden hatten sich am Sonntag früh "spontan entschieden, das mal auszuprobieren", so Andreas. Also ging's vom Münsterland ins Bergische ... und dort über 150 Meter zudem direkt hinter dem zweitplatzierten Jonas Hassel auf's Treppchen!
Auf die rasanten Vorstellungen im Rennpass folgte eine schöne Tradition: der Aufmarsch aller Teilnehmer. Tatsächlich waren fast alle zu Pferd oder zu Fuß gekommen und nahmen im großen Rund der atmosphärisch einmaligen Arena von Töltmyllan Aufstellung.
Gastgeber Georg Engel ergriff zunächst das Wort. Er begrüßte das Publikum und dankte allen Teilnehmern für ihr Kommen und für die starken sportlichen Leistungen in allen Klassen - von den Kindern bis zu den Profi-Sportlern. Dank und Anerkennung zollte er außerdem vor allem seiner "großen Töltmyllan-Familie" - der gesamten Crew, ohne die das Gelingen eines so großen Turniers nicht möglich wäre.
Und sie alle haben das auch tatsächlich ein weiteres Mal richtig prima gemacht. Man durfte sich in Lindlar nach den schönen Erinnerungen an die Deutschen Meisterschaften 2005 und 2007 auch beim OSI 2008 wieder herzlich willkommen fühlen. Es war an alles gedacht worden, und nicht zuletzt der spürbare Lohn dieser Bemühungen, die Zufriedenheit aller Beteiligten, brachte den Hausherrn dazu, noch in der Ovalbahn auch zu zukünftigen Turnieren auf Töltmyllan einzuladen. Ganz bestimmt werden die Aktiven dieser Einladung Folge leisten - der laute und lang anhaltende Applaus war ein klares Zeichen dafür.
IPZV-Präsident Karly Zingsheim bedankte sich im Namen des deutschen Islandpferde-Verbandes bei Georg Engel und seinem Team für die liebevolle Vorbereitung dieses Top-Turniers und für die Durchführung eines der Saison-Highlights, bei der es keinem der 481 Pferde und nahezu 300 Reiter an irgendetwas mangelte. Zingsheim lobte den Gleichklang von Professionalität und Atmosphäre als gutes Beispiel, dass solche "Veranstaltungen mit Herz" auch in den an diesem Wochenende erlebten Zwei- und Vierbeiner-Größenordnungen machbar seien. Recht hatte er!
Anschließend ging's weiter mit dem sportlichen Teil des OSI. Steffi Kleis untermauerte in der T3 der Sportklasse B einmal mehr, dass sie im Moment auf alle Fälle zu den Top-Reiterinnen in Deutschland gehört. Im T3-Finale gewann sie auf der Stute Hylling vom Lipperthof (6,67). Mit einer Reihe von Pferden reitet sie ja bereits in der höchsten Sportklasse, aber es gelingt ihr auch immer wieder, jüngere Islandpferde kontinuierlich an dieses Niveau heranzuführen.
Genau diese Kontinuität ist es auch, was den Rundum-Triumph von Rúna Zingsheim erklären lässt. Keinesfalls ist das nämlich eine gute Leistung, die hier nur punktuell erbracht wird und die anschließend wieder verblasst. Rúna und andere erfolgreiche Reiter verstehen es einfach, sich die Erfolge mit ihren Pferden von klein auf systematisch Schritt für Schritt zu erarbeiten. Dass es jetzt so "geballt" funktioniert, ist umso beeindruckender. Stark war dann auch die Leistung der Isländerin im Finale des Viergang-Preises. Zuvor hatte sie bereits auf Freyr vom Nordsternhof die T2 gewonnen, nachmittags folgte dann der zweite Streich auf Trú vom Forstwald. Mit einer Endnote von 7,30 gewann sie die V1 vor einer ebenfalls bestens aufgelegten Irene Reber auf Brjánn frá Reykjavík (7,17) und vor Johanna Pölzelbauer mit dem Elrir-Sohn Erró vom Freyelhof (6,90).
Fritzi Berit Steinseifer gewann den Fünfgang der Sportklasse B auf Feykir mit 6,22 Punkten. Dahinter: Ralf Wohllaib auf Svaðilfari von Borbeck (6,09) und Martina Gifi mit ihrer Gydia von Oberbiberg (6,02). Alle fünf Gänge zeigte bei den Junioren am besten Katrin Reinert. Sie siegte auf ihrem schicken Schecken Kvikur vom Ruwerbach (5,88) vor Ludger Hofmann mit Kempa vom Rappenhof (5,31) und Christin Piston auf Hreyfing frá Viðivöllum (5,26).
Bei den Jugendlichen gewann Christopher Weiss - auch er ritt ein geschecktes Pferd; nur diesmal hieß es als Stute passenderweise Kvika statt Kvikur. Mit dieser Kvika vom Steinadlerhof (5,52) gewann er vor Christina Dittrich auf Skotti von Ottawa (5,29) und Elisabeth Cassebaum mit Tvistur frá Guðnabakka (5,12).
Sehr gewissenhaft gehen Richer und Offizielle in dieser Saison nicht nur wie bisher mit dem sportlichen Regelwerk und dessen Anwendung um und ahnden grobe Verstöße sofort. Gerade die verstärkten Ausrüstungskontrollen sind in den vergangenen Wochen immer wieder ein prominentes Bild auf unseren Bahnen geworden. Manche mag das stören, sie halten es vielleicht für zu penibel oder gar überflüssig. Wenn man aber rundherum einen Konsens erzielt und dafür das Bewusstsein schafft, dass es wichtig ist, von Trense und Halfter über die unterschiedlichen Gebisse bis hin zum Beschlag alles in Ordnung zu haben und zu halten, sollte diese Maßnahme und die erhöhte Aufmerksamkeit im Endeffekt allen dienen - vor allem unseren Islandpferden.
Den Sport-B-Viergang in Lindlar entschied Steffi Kleis auf Darri vom Lipperthof mit 6,77 Punkten klar für sich. Petra Reinert wurde Zweite auf Alsir von Kramersbruch (6,13), und Sabine Hartwich kam mit Kuldi von Gretesch auf den dritten Rang (6,03). Bei den Junioren siegte Annika Hassel auf Ásdís vom Birkenhof (6,10), in der Juniorenklasse hatte erneut Christopher Weiss die Nase vorn, diesmal im Sattel von Simba vom Steinadlerhof (6,03). Karolin Strunk und Hjalti von Aegidienberg zeigten die besten vier Gänge der Sportklasse C und gewannen dort auf der stets vom Hausherrn Georg Engel persönlich gut gepflegten Bahn mit 5,96 Punkten.
Im "gemischten Töltpreis" der Jugendlichen und Junioren gewann Katrin Reinert auf Djarfur (6,84) vor Patrick Paulus mit Flikka vom Heesberg (6,67), Christopher Weiss auf Simba vom Steinadlerhof (6,50), Lokalmatador Dennis Marvin Wülpern mit Gauti frá Reykjavík (6,28) und der tanzfreudigen Xenia Becker auf Fálki frá Garðsauka (6,11). Katrin vor Dennis und Xenia - so lautete anschließend die Reihenfolge nach dem Youngster-Viergang, während Jonas Hassel bereits zuvor auf Seifur vom Birkenhof den Fünfgang vor Laura Löhrer und Chiara van der Put gewonnen hatte.
Bei den Kindern zeigte Tobias Poensgen eine richtig gute Leistung in der K.L.T7. Er gewann vor Maike Stephan und Marvin Leibold. Im Viergang musste sich Tobias allerdings der Siegerin Johanna Stiebig und dem zweitplatzierten Nicolas Fedorov geschlagen geben. Anna-Bryndis Zingsheim war auf Töltmyllan gleich doppelt erfolgreich: sie erhielt zwei gelbe Schleifen und Pokale für ihre starken Ritte auf Krummi im K.M.-Viergang und im Tölt.
Fünfgangpreis der Sportklasse A hieß der nächste Höhepunkt am Finaltag. Auch dort in Führung nach der Vorentscheidung: Rúna Zingsheim auf Reyr vom Nordsternhof (Foto: Rúna & Freyr vor Uli Reber & Naddur vom Schluensee). Mit diesem strahlend weißen Power-Paket hatte es bereits am Vormittag den Sieg in der T2 gegeben, und auch im Fünfgang war die Marschrichtung klar: volle Kraft voraus.
Besonders Haukur Tryggvason schien etwas dagegen zu haben. Sein beherzter Ritt mit Baltasar vom Freyelhof bescherte ihm am Ende mit 7,07 Punkten Rang 2. Gewinnerin war einmal mehr Rúna (7,38) - sie hatte bereits mit einer 8,50 für den Tölt begonnen und ließ die Führung nach den weiteren vier Aufgabenteilen auf 7er Niveau nicht mehr los.Uli Reber kam mit 6,71 Punkten auf Platz 3, dahinter dann Nadja Wohllaib auf Tún von Borbeck, Ralf Wohllaib mit Álma von Aldenghoor und Steffi Kleis auf Ponta vom Wiesenhof.
Das war Finale Nummer 3 für Rúna - eins sollte noch folgen. Zum Abschluss dieses wirklich erstklassigen Turniers auf Töltmyllan stand die Endausscheidung der T1 auf dem Programm: Töltpreis! Und das Publikum bekam einen würdigen Schlusspunkt mit knappem Ausgang auf wirklich hohem Niveau geboten. Einen starken Ritt zeigte u.a. Uli Reber auf seiner Weltmeister-Stute Urður frá Gunnarsholti. 8,00 erhielten die beiden z.B. für das starke Tempo Tölt. Zwar "nur" 7,50 für das starke Tempo, aber dafür schon gleich mit einer 8 aus dem ersten Aufgabenteil belohnt: Karly Zingsheim auf Dagur. Diese Vorlage konnte erneut nur eine Reiterin toppen: Rúna Einarsdóttir-Zingsheim auf Trú vom Forstwald: 7,50 für das langsame Tempo, 7,00 für die Tempounterschiede und 8,00 für den schnellen Tölt.
Mit der Gesamtnote von 7,50 Punkten war der historische Vierfach-Triumph perfekt: T1, T2, V1 und F1. Herzlichen Glückwunsch, Rúna!
Gratulation aber auch an alle weiteren T1-Finalisten - das Bleiben bis zum Ende hatte sich bei den knappen Unterschieden auf ihren Punktekonten auf alle Fälle gelohnt:
1) Rúna Einarsdóttir-Zingsheim - Trú vom Forstwald - 7,50
2) Karly Zingsheim - Dagur - 7,44
3) Uli Reber - Urður frá Gunnarsholti - 7,39
4) Irene Reber - Brjánn frá Reykjavik - 7,17
5) Nicole Rubel-Leibold - Marlon frá Skyggni - 7,00
Freuen wir uns schon jetzt auf ein Wiedersehen auf dem Gestüt Töltmyllan - danke für ein tolles Turnierwochenende!






