Gaedingakeppni - Das andere Islandpferdeturnier
In der Einleitung zur Gaedingakeppni Prüfungsordnung wird treffend das Ziel eines Gaedingakeppni Turniers beschrieben, das beste Pferd zu finden, dass die Isländer mit dem Begriff Gaedingur bezeichnen. Es handelt sich um ein Pferd, das Freude macht, wenn man es reitet, und das einem Vergnügen bereitet, wenn man es beobachtet. Die Richter sollten das Folgende (TemperamentDie Philosophie beim Gaedingakeppni-Richten ist somit vorwiegend geprägt durch:
- Es wird mehr die Qualität des Pferdes als die dressurmäßige Ausbildung beurteilt
- Im Vordergrund der Beurteilung stehen Gehwille und Vorwärtsimpuls. Kleinere Fehler führen nicht zwangsläufig zu Punktabzügen
- Der gesamte Wettbewerb soll den Reitern und Pferden mehr Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten geben als es in Sportprüfungen möglich ist
Wer folglich ein Pferd reitet, dass gut vorwärts geht, jedoch noch nicht so fehlerfrei läuft, wie es bei Sportprüfungen erforderlich ist, der ist bei einem Gaedingakeppni Turnier genau richtig.
Die nachfolgenden Auszüge aus dem Reglement werden Ihnen diese Entscheidung erleichtern.
- Schritt kann in etwas freierer Haltung geritten werden
- Trab muß deutlich vorwärts geritten werden, das Pferd muß nicht am Zügel stehen. Ein Reiten z.B. im Arbeitstrab am Zügel führt nicht zu einer höheren Bewertung
- Galopp muß mit deutlichen Tempounterschieden geritten werden. Ohne deutliches verstärken beträgt die max. Punktzahl 8,5. Geritten wird im Entlastungssitz bis Rennsitz. Es kann ohne Punktabzug im Außengalopp geritten werden. Kurzes Springen in den Kreuzgalopp beeinflußt die Note nur gering
- Für eine höhere Note als 7,5 muß der Pass über min. 100 m gezeigt werden. Wird der Pass nicht aus dem Galopp gelegt, beträgt die max. Note 8,6. Ansonsten wird das harmonische Legen aus dem energisch gerittenen Galopp, der schön gerittene, kraftvolle und schnelle Rennpass und das harmonische Zurücknehmen wie in der Passprüfung verlangt.
- Die Anforderungen an den Tölt im B-Flokkur entsprechen denen vom Arbeitstempo und starkem Tempo in der T1
Die vorstehenden Hinweise machen auch deutlich, aus welchen Gründen eine Umrechnung von Gaedingakeppni-Noten in Sport-Noten (auch wenn dies in Ausnahmefällen schon einmal erfolgt ist) nicht sinnvoll ist und von der IPZV Sportleitung und den Gaedingakeppni Richtern abgelehnt wird.
Dieter Nölting

